My first article on 20min.ch!

Posted by Jeremy A "Tschetsch" Prescott on Monday, April 4. 2011 in Webentwicklung

After two years of working for 20minuten, I've finally got the chance to write my own article about my favorite theme; bashing IE9 ;-) Since its a German/French newspaper, my article is of course in German. You can read the story on the 20min website under 20min.ch/digital or you can just read it here. I got some help from Aurel Stevens a cool work-college of mine, that pimped my dyslexic writing into something more read-worthy :-)


Internet Explorer 9, eine Sünde?

Der Internet Explorer 9 ist seit kurzem weltweit verfügbar und wartet mit zahlreichen Verbesserungen auf. Microsoft rührt kräftig die Werbetrommel. Zu Recht?

Das Microsoft die Werbetrommel rühren kann, ist kein Geheimnis. So war zu erwarten, dass auch der neuste Browser beim Start heftig beworben wird. Mit entsprechenden Werbemassnahmen haben die Redmonder bereits vor ein paar Wochen begonnen; Microsoft hat verschiedene Websites gestartet, welche die Vorzüge vom IE9 in den Vordergrund rücken sollen. Darunter ein Vergleich zu «anderen Browsern», der die neue Funktionsvielfalt hervorheben soll. Ausserdem wurde eine Promo-Website aufgeschaltet, auf welcher die Schönheit des Webs «dank» dem Internet Explorer 9 (IE9) gezeigt wird.

Häufig wird davon gesprochen, dass der IE9 jetzt mit Firefox, Safari, Chrome und Opera gleichzieht - oder diese gar hinter sich lässt. Dabei wird vor allem propagiert, dass der IE9 den HTML5-Standards genüge. Aber was ist HTML5 überhaupt?

Vielzahl neuer Möglichkeiten

HTML5 ist quasi ein Pool von Spezifikationen, die von verschiedenen Arbeitsgruppen der Web Hypertext Application Technology Working Group (WHATWG) und des World Wide Web Consortium (W3C) ausgearbeitet und von Ian Hickson (Google, ex. Opera und Netscape) als Chef-Redaktor überwacht werden, um anschliessend standardisiert zu werden. Anders als der Standard HTML4.01, der vor allem das Verhalten von Tags spezifizierte, geht es bei HTML5 hauptsächlich um Interfaces, die mittels JavaScript angesprochen werden können. Der Begriff «HTML5» schliesst implizit auch andere Technologien wie CSS3, SVG oder EcmaScript5 (auf dem JavaScript basiert) mit ein.

Durch HTML5 wird es verschiedene Neuerungen und Möglichkeiten für Webentwickler geben. Neu können etwa Videos und Soundfiles mit Tags direkt eingebunden werden. Multimediale Inhalte können so ohne Plugins wie Flash (Adobe) oder Silverlight (Microsoft) wiedergeben werden. WebGL beschleunigt 3D-Inhalte im Browser und kann dabei unter Umständen die Grafikhardware (GPU) nutzen. Mit LocalStorage können grössere Datenmengen (bis 5+ Megabyte) im Browser von Websitebesuchern gepeichert werden. Bislang mussten dafür Cookies herhalten, die mickrige 4 Kilobyte fassen können. Und mit dem neuen Canvas-Element kann der Browser direkt sogenannte Bitmap-Bilder manipulieren. Das ist nützlich, um etwa 2D-Games direkt im Browser zu spielen oder Statistiken darzustellen. Mittels 2D-Transforms lassen sich Bilder oder Texte rotieren und mit Effekten versehen.

HTML5, der Trend

Steve Jobs, CEO von Apple hat den Begriff in die Medienwelt eingeführt, als er Adobes Flash-Player von seinen Produkten verbannte und dem HTML5-Standard den Vorrang gab. Dadurch gab er Technologiefirmen und Medienhäusern einen Trend vor, den diese seither gerne und oft verwenden. Allerdings seider selten gänzlich korrekt, wie es sich im Fall vom IE9 zeigt. Doch wie kann grundsätzlich von einem Standard gesprochen werden, wenn voraussichtlich erst 2012 alle zu implementierenden Spezifikationen standardisiert sein werden?

Die HTML5-Browser

Allen voran hat Apple bereits vor Jahren damit begonnen, HTML5 auf hohem Niveau in seinen Browser Safari zu integrieren. Dem Trend schlossen sich Firefox und Opera rasch an. So deckte Firefox 3.5, der drei Monate nach dem IE8 erschien, bereits 57 Prozent der existierenden Spezifikationen ab. Der IE8 kommt laut caniuse.com gerade mal auf 28 Prozent.

Eine vollständige Umsetzung ist momentan nicht möglich. Verschiedene Spezifikationen sind noch in der Rohfassung, was aber die Herausforderer des Internet Explorers nicht davon abhält, diese bereits in experimenteller Form zu implementieren.

Wie gut ist der IE9?

Zum Glück ist für viele Entwickler der IE9 kein fehlerhaftes Problemkind, wie es der IE6 oder der IE7 waren. Zudem ist er deutlich leistungsfähiger als der IE8. Man kann von einem gelungenem Browser sprechen der, anders als seine Vorgänger, dem World Wide Web weniger Probleme machen dürfte. Die zwei aus Sicht von Webentwicklern wohl wichtigsten HTML5 Features, Video-/Audio-Tags und das Canvas-Element, werden vom neuen IE9 unterstützt. Ebenso 2D-Transforms, SVG und weitere Features, die sich Webentwickler in Zukunft zu nutze machen werden.

Also alles paletti? Leider nein. Vergleicht man die von Microsoft implementierten HTML5-Spezifikationen im Internet Explorer 9 mit der neusten Version seiner Herausforderer fällt auf, dass er bloss 59 Prozent abdeckt, wo die Konkurrenz bereits über 75 Prozent liegt. Chrome implemtiert laut caniuse.com als Spitzenreiter sogar 89 Prozent des kommenden Standards. Am auffälligsten ist die fehlende Möglichkeit «Offline Web Applications» zu machen.

Damit werden sogenannte «WebApps» möglich, die keine ständige Internet-Verbindung voraussetzen, um reibungslos zu funktionieren. Das fehlende «File API» würde erlauben, auf das lokale Dateisystem zugreifen zu dürfen. Auch das «WebWorkers»-Feature sucht man leider vergebens, womit rechenintensive JavaScript-Aufgaben in separate Threads verschoben werden, um den Vorteil von Multi-Core-Prozessoren zu nutzen.

Streit um «Geschwindigkeits-Rekord»

Als kleine Entschädigung für die fehlenden Features, die hoffentlich sehr bald (und nicht erst in zwei Jahren) nachgeliefert werden, nennt Microsoft die «vollständige Hardwarebeschleunigung». Und in Sachen JavaScript-Performance zog die Beta des IE9 nach eigenen Angaben sogar an den schnellen JavaScript-Engines «V8» von Chrome, «Nitro» von Safari und auch «TraceMonkey» von Firefox vorbei. Unabhängige Tester kamen mit den fertigen Browser-Versionen zu schlechteren Ergebnissen für den IE9.

Mozilla, die Non-Profit-Stiftung hinter Firefox, bezichtigt Microsoft bezüglich der «vollständigen Hardwarebeschleunigung» der Lüge. Das sei kein Alleinstellungsmerkmal, da Firefox 4 in Windows 7 die gleichen Schnittstellen wie der IE9 selbst nutzen werde. Einen wirklichen Unterschied zwischen Firefox 4 und IE9 gebe es da nicht. Im Gegenteil, die nächste Firefox-Version werde zusätzlich das Scrollen beschleunigen.

Auch bei der JavaScript-Performance gab es Kritik wegen der sogenannter «Dead Code Elimination», die Microsoft betreibt. Die Firma hat, um in dem breit anerkannten Geschwindigkeitstest «Sun Spider» gut dazustehen, den Browser so optimiert, dass die Rechenaufgaben des Tests besonders fix verarbeitet werden. Das ist bei einer Website durchaus sinnvoll, kann bei einem solchen Test aber als Schummelei werden. Als ein Entwickler von «Sun Spider» die Performance-Tests leicht änderte, rechnete der Browser prompt wieder deutlich langsamer, als seine direkte Konkurrenz.

IE9 weiter ein Bremsklotz fürs Web?

Das Hauptproblem für viele Website-Betreiber und engagierte Webentwickler ist, dass der Internet Explorer 6 bei einer Windows XP Installation (55 Prozent Marktanteil laut den Statistiken von Net Application) bereits mitinstalliert wird. Staatliche Institutionen, Banken und viele Firmen, deren Programme für den IE6 optimiert worden sind, tun sich schwer damit, Software Updates durchzuführen. Eine Aktualisierung birgt die Gefahr, dass die Systeme danach nicht mehr korrekt funktionieren und potentielle Sicherheitslöcher geöffnet werden. So überrascht es nicht, dass der IE6, der vor bald zehn Jahren erschien, noch immer einen Markanteil von elf Prozent (laut Net Application) hält.

Beim etwas weniger verbreiteten Windows Vista ist der Standardbrowser IE7 das andere wenig beliebte Problemkind. Der IE in der Version 8 wird nur von «Web-Bewussten-Usern» genutzt, die ihn selbst installiert - oder bereits mit Windows 7 gekauft haben. Der neue IE9 kann auf dem weit verbreiteten Windows XP nicht installiert werden. Das Programm läuft nur auf Windows Vista und Windows 7 (gemeinsamer Marktanteil: 34 Prozent). Microsoft animiert neuerdings sogar selbst zum Umstieg auf moderne Browser und rät von der Nutzung des Internet Explorer 6 ab. Es schimmert der Verdacht durch, dass Microsoft den IE6 plötzlich selbst «uncool» findet, um die Verkäufe von Windows 7 anzukurbeln.

Weil viele PC-Nutzer das Betriebssystem-Update scheuen, werden die fehlerhaften Kinder aus dem Hause Microsoft daher den Webentwicklern noch lange Probleme bereiten. Und selbst dann: Der IE9 wird wegen der fehlenden HTML5-Features den Fortschritt im Web weiter verlangsamen. Es sei denn, Microsoft will die Umsetzung neuer Versionen deutlich beschleunigen (spekuliert wird März 2012) und sich dabei an definierte Standards halten. Als Entwickler möchte ich die Gelegenheit nutzen, um Sie als fleissigen Leser darum zu bitten, auf einen modernen Browser zu wechseln, falls Sie das noch nicht getan haben. Idealerweise geben Sie ihr neugewonnenes Wissen auch Ihren Freunden weiter.




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